176 Verstand haben und verstanden werden
„Viel Verstand haben“ und „verstanden werden“ gehen selten den gleichen Weg.
Ulrich H. Rose
* 06.04.1951
vom 21.05.2011
Die Anregung zu diesem Spruch lieferte mir der Artikel „Es steht in den Sternen“ von Thomas Assheuer in „DIE ZEIT“ vom 12.05.2011 zum Thema „Schicksal“ im Marbacher Literaturmuseum der Moderne
Worin liegt der „übergeordnete Sinn“, dass ein „viel Verstand“, ein „viel Wissen“ habender Mensch sich so ausdrückt, dass er nicht verstanden wir?
Mit dieser Frage geht eine, von mir ausgehende Unterstellung einher, dass dieser Artikel nicht nur von mir, sondern von mindestens 95% der Bevölkerung nicht verstanden wird, nicht verstanden werden kann.
Wer diese Unterstellung nicht nachvollziehen kann, der lese sich den Artikel von Thomas Assheuer durch. Schon alleine der erste Absatz trieft von Schwachsinn – oder evtl. auch von „statt zu viel“ von „zu wenig“ Verstand:
„Moses und Christus stürzten die Götter vom Thron und entzogen dem Aberglauben an das Fatum (verkündender, göttlicher Schicksalsspruch der Seher im alten Rom) jeden Kredit“
Aber Hallo, aufwachen! Was kam stattdessen? Ein neuer Gott, dessen Schicksalsspruch das ewige Leben im Paradies versprach. Auch hier wurde der Glaube an etwas „Unfassbares“ in ferner Zukunft in die Köpfe der Menschen gepflanzt – mit dem Ziel des „abhängig seins“ vom Glauben.
Gut, dass es Thomas Assheuer gibt. Ich danke ihm sehr für diesen Artikel.
Schon lange fiel es mir schwer meine Aussagen zum Thema „Wissen“ à siehe Nr. 147, 148, 149, 152, 160, 142, plausibel = glaubwürdig belegen zu können, obwohl sie in der Anzahl und in der Beweisführung erdrückend sein müssten. Die Betonung liegt auf „sein müssten“
Obwohl, es gibt auch verständlicher geschriebene Abhandlungen von Thomas Assheuer, wie den Artikel „Einer von uns“ vom 06.05.2011 in DIE ZEIT à http://www.zeit.de/2011/19/Osama-bin-Laden, der Osama bin Laden – und das journalistisch sehr umfassend – als das Produkt der westlichen Welt, verbunden mit philosophischem Gedankengut von u.a. Heidegger – darstellt. (Das ist evtl. voreilig von mir beurteilt, da der Gedankengang von Thomas Assheuer sehr umfassend ist und ich diesen Gedankengang evtl. nicht genug auf mich habe einwirken lassen, nur, auf den ersten Eindruck hin kann Thomas Assheuer es auch anders! Anders, das ist hier gut)
Nun zu meiner Beurteilung des Artikels „Es steht in den Sternen“ vom 12.05.2011:
Vorrangig fällt mir dazu ein, dass hier Jemand nicht bewusst ist, sich nicht bewusst ist. Da ich in der Nr. 52 Bewusstsein erkläre und dort behaupte, dass nur ca. jeder 500.000sendste Bewusstsein hat, könnte es zutreffen, dass sich Thomas Assheuer beim Schreiben des Artikels „Es steht in den Sternen“ nicht bewusst war, was er da schreibt. D.h. weiter, wenn diese Zahl, dass nur ca. jeder 500.000sendste Bewusstsein hat, in etwa stimmt, dann ist es nicht verwunderlich, dass auch ein Thomas Assheuer davon betroffen ist. Warum soll er einer von ca. 160 Menschen in Deutschland sein, die bewusst sind?
Eine meiner Definitionen zum Begriff „Bewusstsein“ vom 08.12.2007 (Nr. 4) ist Folgende und trifft hier den Nagel auf den Kopf:
Bewusstsein ist sich in seinem Handeln zu sehen und nicht zu erleben.
Jetzt geht es scheinbar mit Unterstellungen weiter – auf den ersten Blick – nur diese Unterstellungen werden sich auflösen.
Wenn Thomas Assheuer sich in seinem Handeln (= Gedanken aufschreiben und veröffentlichen) nicht sieht, sondern sich erlebt – durch z. Bsp. meine Gedanken dazu, dann muss das doch irgendwelche Ursachen haben.
Die Ursachen sind knapp gesagt:
- das „sich nicht bewusst sein“ (wie oben erklärt)
- das viele ihr Wissen nicht beherrschen können, wenn man sich schon nicht bewusst ist.
- das Nichtwissen, das Vielwissen (siehe dazu die Nr. 149, Das Gegenteil von weise ist Wissen) beinhaltet Fehler, führt zur Selbstüberschätzung und allzu unbeschwertem Umgang mit dem Wissen.
- das sich Abheben von der weniger wissenden (primitiven) Masse durch Verwendung von Fremdwörtern ist ein „erhebendes“ Gefühl. Dieses Gefühl ist erhaben – über jegliche Kritik der weniger Wissenden – und führt weiter zum, sich seine „Elfenbeintürme“ errichten, mit dem Ziel über Anderen zu thronen.
- Wenn ich etwas Schwachsinniges „zum Besten geben“ will – ohne befürchten zu müssen, dass ich angegriffen werde – dann verwende ich Fremdwörter, die kaum jemand versteht.
Egal, wen Sie betrachten, ob Politiker, den Papst, Manager, Geldraffer, Peiniger, jeder baut sich seinen – von anderen unerreichbaren Elfenbeinturm, von dem es aus gerade noch möglich ist diese Masse Mensch – und weit weg - als kaum störend für sein Tun zu empfinden. Die Rechtfertigungsstrategien für „sein“ Tun sind dann manchmal haarsträubend.
Noch einfacher wäre alles zusammengefasst in meiner Definition von Intelligenz:
Intelligenz = zugeben (können) und nicht glauben (zu müssen) plus dem Denken nach Wahrscheinlichkeiten. siehe hierzu auchNr. 19
Wer auch noch meine Erkenntnis „Der blinde Fleck beim Denkens“ Nr. 137 liest und versteht, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen können, dass ein Thomas Assheuer diese = meine Gedanken ungern bis zum Ende lesen wird und nicht auf meine Einwürfe reagieren will und wird.
Das heißt, dass diese Welt, gesteuert und beeinflusst von den „Verstand habenden“ nicht besser wird, nicht besser werden kann.
Wer das nicht verstehen will, der betrachte sich das aktuelle Weltgeschehen mit den Stichworten „Fukushima, Kindermissbrauch durch Lehrkräfte, Weltfinanzkrise, EURO-Krise, Glaubenskriege, Islamismus, Einrichten von Lehrstühlen in D für islamische Theologie und Stützung dieser Forderungen durch Anette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, u.s.w., u.s.w.
Hier sind „Verstand habende“ dabei, gefangen in ihrem komplexen Wissen, sich vom „Verstanden werden“ der Bevölkerung abzukoppeln – wenn sie’s nicht schon lange sind.
Beim Kindesmissbrauch ist das für jeden noch offensichtlich, beim Einrichten von Lehrstühlen für islamische Theologie (Nr. 172) wird das nicht mehr so einfach, das Erkennen, dass das gleiche Wirkprinzip vorliegt:
Manche Menschen sind so gescheit, dass sie gar nicht mehr begreifen wollen und können, wie dumm sie eigentlich sind.
Ulrich H. Rose
* 06.04.1951
vom 21.05.2011


