Intellektuelle Verwirrung und Verirrung
Je mehr man an Wissen anhäuft, desto mehr gerät man in intellektuelle Verwirrung – die scheinbar ausweglos ist.
Ulrich H. Rose
vom 05.12.2010
Kurze Beweisführung:
Je mehr ein Mensch versucht zu einer schwierigen Frage/zu einem schwierigen Thema Antworten zu finden, und umso mehr er an Antworten findet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass in den Antworten Fehler versteckt sind. In der Summe führt dies zur Verwirrung.
Lange Beweisführung:
Die Verwirrung ist in den meisten Fällen nicht deutlich auszumachen und kaum richtig deutbar, da die intellektuellen Beweisführungen – wegen der evtl. auch intellektuellen Fragen, häufig brillant sind.
Es wird kaum bis nie unterstellt, dass sich in brillanten Antworten Fehler verbergen könnten.
Evtl. sind schon Fehler in der Frage enthalten, die in der Antwort weitere Fehler produzieren.
Außerdem ist der Beweisführende meistens von seiner Beweisführung derart überzeugt, dass er kaum Zweifel daran duldet.
Sollten dennoch Zweifler auftreten, so ist ein Zugeben (Nr. 53) von evtl. Fehlern nicht angesagt (Nr. 137), da der intellektuell Vortragende sich dadurch selbst in Frage stellen würde.
(Richtig problematisch wird es beim Betreten von Feldern, die wissenschaftlich (noch) nicht sicher belegt/bewiesen sind. Einerseits gibt es die belegten/ wissenschaftlich bewiesenen = mit evtl. noch nicht erkannten Fehlern behafteten Antworten, die Gläubigkeit erzeugen und abhängig machen. Andererseits gibt es die wissenschaftlich (evtl. noch nicht) bewiesenen Antworten, die von der Wahrscheinlichkeit aus betrachtet als falsch eingestuft werden, sich aber in der Zukunft auch als richtig herausstellen könnten – evtl. sogar die wissenschaftlich belegten Antworten in den Schatten stellen könnten.)
Die Praxis zeigt, dass intellektuelle Menschen kaum in der Lage sind ihren einmal gefundenen Standpunkt in Zweifel zu ziehen, da sie zuviel gute bis brillante Beweisführungen in ihrem Kopf parat haben.
Dies ist auch – von einem neutralen Standpunkt aus betrachtet – nachvollziehbar, da zum nachvollziehbaren Denken Orientierungen wichtig und notwendig sind.
Größe und evtl. sogar einen Anflug von Weisheit (Nr. 10) zeigt sich bei denjenigen – auch intellektuellen Menschen, die über ihren Tellerrand blicken können und nach Wahrscheinlichkeiten (Nr. 83) denkend keiner ihrer Aussagen eine 100%ige Gültigkeit unterstellen.


