Mein Selbstbewusstsein ist sehr stark.

Selbstbewusstsein bedeutet für mich - und ich unterstelle das mal auch für alle anderen Menschen - dass man sich selbst bewusst ist.
Etwas anderes kann es - sollte es nicht bedeuten, oder?

Doch, es bedeutet etwas völlig anderes in unserer Gesellschaft:
Mit Selbstbewusstsein meint man Selbstvertrauen und daraus kann eine große Selbstsicherheit entstehen. Ein selbstsicherer Mensch spürt dies in so starkem Maße, dass er seiner Zukunft relativ optimistisch, sorglos und unbekümmert entgegengeht und diesen Eindruck seinen Mitmenschen so vermittelt.
Nur, mit Selbstbewusstsein hat das ganz und gar nichts zu tun - es sei denn, man verfällt gefühlsmäßig dem allgemeinen Sprachgebrauch und kann diesen Sprachgebrauch nicht von klarem Denken trennen. Dann ist man auch nicht in der Lage zu erkennen, dass Selbstbewusstsein total von Selbstvertrauen und Selbstsicherheit zu unterscheiden ist.

Dadurch, dass ich (nach meinem Denken) selbstbewusst bin, bin ich in der Lage und geistig so wach, eigene Fehler schnell zu erkennen und vor allem diese Fehler auch sofort zugeben zu können.
Die einhergehenden Gefühle in diesem bewussten Prozess sind häufig unangenehm und lösen in meinem Körper Reaktionen aus, wie Hitzewallungen, die wiederum dazu führen, dass ich sichtlich zu schwitzen beginne und man mir dieses Unbehagen ansieht.

Ein, im landläufigen Sinne "selbstbewusster Mensch" hat im Laufe der Jahre des selbstsicher Werdens verlernt diese unangenehmen Gefühle zu empfinden - besser, er hat es gelernt diese Gefühle zu verdrängen und zu unterdrücken.

Zusammenfassung:
Ein, im landläufigen Sinne "selbstbewusster Mensch" ist das Gegenteil eines sich selbst bewussten Menschen. UHR 05.09.2010

Warum ist meine Selbstbewusstsein so stark?

Weil ich einen Prozess des Erkennens in meinem Gehirn durchmache.

1. Ich bin verunsichert, dass ich falsch dachte und argumentierte
2. Ich registriere und akzeptiere dies.
3. Das hat zur Folge, dass ich gefühlsmäßig reagiere mit körperlichem Unbehagen.
4. Das registriere ich und akzeptiere es - ich verdränge das unangenehme Gefühl nicht.
5. Das hat zur Folge, dass ich in meinem Gehirn überprüfe, was in meinem Gehirn falsch ist - falsch sein könnte. Wenn ich Fehler erkenne, dann kann ich diese Fehler sofort erkennen = zugeben. Dem falschen Inhalt in meinem Gehirn wird die neue, von außen, von einem Kritiker kommende Information addiert und führt in der Folge nicht mehr zu demselben Fehler.
6. Der Prozess des Erkennens von Fehlern in meinem Gehirn ist ein zeitlich sehr kurzer. Das Erkennen und das addieren der neuen Erkenntnis geschieht in einem Zeitraum von max. einer Sekunde.
7. Das hat zur Folge, dass ich mich sofort für meinen Fehler entschuldige.
8. Das hat auch zur Folge, dass ich wg. 1-3 schnell lerne, um 1 + 2 zukünftig zu verhindern.



Ulrich H. Rose
* 06.04.1951
am 01.09.2010 begonnen
am 05.09.2010 ausgearbeitet

Weitere Erkenntnis daraus:

Ursächlich sind "zugeben können" + "entschuldigen können" untrennbar miteinander verbunden.
Im Umkehrschluss: Wer nicht zugeben kann, der kann sich nicht wirklich entschuldigen.
-> Siehe die Pabst-Entschuldigungen der letzte Jahre
Wer sich nicht sofort, d.h. wer sich zu spät entschuldigt, der tat/tut dies nur unter öffentlichem Druck.

Diese Erkenntnis wird ausführlicher beschrieben in der Nr. 140 zu finden sein.