Generelles zu den Sinnesorganen:
Zu den klassischen, wahrscheinlich von Aristoteles postulierten Sinnen gehören die uns bekannten 5 Sinne: Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen. Jedem dieser Sinne ist ein Sinnesorgan zugeordnet. Dem Sehen das Auge, dem Hören das Ohr, dem Fühlen die Haut, dem Schmecken der Mund/die Zunge, dem Riechen die Nase.
Die Neurowissenschaftler kommen auf weiter 5 Sinne, welche die 5 klassischen Sinne auf 10 Sinne ergänzen.
Den Gleichgewichtssinn (vestibuläre Sinn = räumliche Orientierung und Körper-Balance
Der Körpersinn (Propriozeption) = das Gefühl für den eigenen Körper, das Wahrnehmen von Körperbewegung. Der Körpersinn wird gesplittet in den viszeralen Sinn = Die Wahrnehmung der inneren Organe, auch Hunger, die Temperatur-Wahrnehmung durch Thermorezeptoren und die Nozirezeptoren (nocere, lat.: schaden) = ein unabhängiges System aus langsamen und schnellen Nervenbahnen, um angemessen auf drohende Verletzungen reagieren zu können
Egal, ob wir 5, 7, 10 oder auch 12 Sinne zugrundelegen und diesen Sinnen die entsprechenden Sinnesorgane/ Rezeptoren zuordnen, alle diese Sinnesorgane wären ohne Sinn, wenn es nicht die Steuereinheit, das Gehirn gäbe, in welches die Rezeptoren dieser Sinnesorgane ihre Impulse schicken, um dort ausgewertet zu werden mit entsprechenden Reaktionen für den Organismus.
Meinen Überlegungen nach gibt es nur ein Sinnesorgan, das Gehirn, welches den Impulsen der Rezeptoren erst Sinn gibt durch Zuordnung und Vergleiche. Da ein Impuls von einem sogenannten Sinnesorgan noch keinen Sinn macht – erst das Gehirn macht daraus einen Sinn - wäre es sinnvoll diesen Sinnesorganen die Vorsilbe Sinn.. zu entziehen und durch eine andere Vorsilbe zu ersetzen. Das ist aber zu meinem folgenden Leitgedanken, das Gehirn ist das einzige Sinnesorgan, eher nebensächlich.
Das Gehirn ist das einzige Sinnesorgan
Meine Postulate:
1. Nur das Gehirn kann dem Wirrwarr der Impulse – auch von 2 und mehr (Sinnes-) Organen aus kommend – einen Sinn geben.
2. Aus 1. ergibt sich, dass damit erst das Denken und Nachdenken über unser einziges Sinnesorgan, unser Gehirn beginnen muss und es auch noch andere Sinneswahrnehmungen für unser Gehirn geben muss, und nicht nur die Wahrnehmungen des Körpers. Es muss auch eine Eigenwahrnehmung des Gehirns, einen Gehirn- Sinn geben. Das heißt, es muss einigen Menschen, vielleicht auch vielen Menschen möglich sein sich selbst zu verstehen – in ihrem Denken. D.h., sich selbst reflektierend zu verstehen.
3. Dieser Gehirnsinn unterteilt sich nach meinem Denken in:
a. Den Verständnis-Sinn für sich selbst - im Sein (Ich bin), -im Vergleich mit der Umwelt (wie bin ich und wie sehe ich mich im Vergleich zur Umwelt / wie sehen mich Andere? – und stimmt das Denken Anderer über mich mit meinem Denken überein?) Warum bin ich so, wie ich bin? Mittels Fallstudien ermitteln: Was wäre wenn …, wäre ich dann auch so, oder anders? Wenn anders, warum anders? Inwieweit ist das Ich, das Sein, das Selbst im Vergleich mit der Umwelt variabel? Wenn mein Ich, Sein, Selbst variabel ist, was, wer bin ich wirklich?
Anmerkung: Die meisten Menschen können dieses „über sich nachdenken“ nur bis zur 2. Zeile erfassen.
b. Den Verständnis-Sinn / Verständnissinn für Andere. Warum denken und handeln Andere ähnlich, wie ich, oder anders, oder gegensätzlich? Bin ich in der Lage und willens Andere zu verstehen und durch das Verstehen sie zu akzeptieren? Was bedeute Andere zu akzeptieren für mein Denken?
c. Den Gerechtigkeitssinn: Warum bin ich mehr oder weniger mit körperlichen oder finanziellen Möglichkeiten im Vergleich zu Anderen ausgestattet? Wurde/werde ich gerecht behandelt? Behandle ich die anderen Menschen, die Umwelt gerecht? Warum handle ich gerecht, während viele ungerecht sind und auch ich ungerecht behandelt werde? Verstehe ich, was Gerechtigkeit bedeutet?
d. Den Sinn-Sinn / Sinnsinn: Macht es Sinn für mich und Andere Verständnis zu haben und Gerechtigkeit zu verstehen und anzustreben? Wenn ja, warum? Was ist der Sinn über einen Sinn nachzudenken? -> evtl. zur Absicherung des eigenen Denkens? Bin ich überhaupt in der Lage mein Denken in sich selbst zu kontrollieren und bei festgestellten Fehlern diese mir selbst zugeben zu können? Kenne ich meine Vorurteile und kann ich damit so umgehen, dass sie mein Denken nicht behindern/blockieren?
e. Den Bewusstseins-Sinn / Bewusstsseinssinn: Wenn man in der Lage ist a – d zu durchdenken, dann kann man von Bewusstsein ausgehen.
f. Den Erkenntnis-Sinn / Erkenntnissinn: Wenn man in der Lage ist aus a – e neue Schlüsse = Erkenntnisse zu ziehen.
Was habe ich gerade gemacht? - gedacht!
Was ist der Sinn des Denkens? -> siehe 107
Resümee aus 107:
Der Sinn des Denkens ist: Sich in seinem Denken zu verstehen, im Denken frei zu sein (durch das Denken frei zu werden) mit der Folge Glück empfinden zu können.
Ulrich H. Rose
* 06.04.1951
Vom 10.08.2010


