Verstehen setzt Verstand voraus?
-> Nein, nicht immer reicht der Verstand aus!
Die Voraussetzung für „verstehen“ ist, einen Wissensspeicher = Gehirn mit fundiertem Inhalt zu haben, um die neuen Informationen mit den gespeicherten Daten zu vergleichen.
Wenn sich eine neue Info zuordnen, oder evtl. auch gegensätzlich zuordnen lässt, dann ist ein Positionierung im Gehirn (im Wissensspeicher) und dem zufolgte ein Verstehen möglich.
Das reicht aber leider nicht aus, um zu verstehen.
Es geht auch und leider häufig darum „verstehen zu wollen“!
Wenn sich jemand durch eine Feststellung und/oder Information von außen ge- oder betroffen fühlt
(à siehe nicht zugeben können mit all seinen Facetten) und dies nicht zugeben kann – dann wird diese neue Information/Feststellung boykottiert und vom Gehirn abgeblockt.
D.h., das Verstehen hängt in hohem Maße davon ab, ob man verstehen will.
Wer nicht verstehen will, der ist im Grunde (im tiefsten Grunde seines Gehirns) nicht bereit ehrlich – zu sich ehrlich zu sein. Wichtig: Dieser Prozess läuft total im Hintergrund ab und der Betroffene ist sich dessen nicht bewusst.
Wer nicht verstehen will, der beschönigt Sachverhalte.
Wer nicht verstehen will, der verdreht Sachverhalte.
Wer nicht verstehen will, der lehnt auch scheinbar unumstößliche Sachverhalte ab.
Dies führt zu den, uns allen bekannten Kommunikations-Problemen mit anderen Menschen.
Ist dies zu lösen, zu ändern?
Eher nicht.
Denkbare Lösungsansätze?
dagegenhalten: Der Widerstand vergrößert sich. Folge: Eine Verschlechterung
akzeptieren: Es ändert sich nichts!? Doch! Es ändert sich etwas: Der blockierende Mensch sieht sich in seiner unbewussten Handlungsweise bestätigt und dies führt zu weiterem und meist ähnlichem und folgeschwererem Verhalten. Die Folge: Eher eine Verschlechterung.
überhören: Man verunsichert evtl. den blockierenden Menschen. Wahrscheinlicher ist, dass der blockierende Mensch eher froh ist, dass nicht ein- und nachgehakt wird.Die Folge: Eher neutral. Nur, es ändert sich leider nichts am Verhalten des Blockierenden.
überhören + neue Strategie beginnen mit z. Bsp. dem Bringen von ähnlichen Beispielen, um letztendlich nach Klärung des Beispieles auf das Kernthema zurückzukommen: Funktioniert mit nahezu 100%iger Sicherheit nicht, da das Unterbewusstsein des Blockierenden mit
nahezu schlafwandlerischer Sicherheit weiß, wo es hingehen wird, wenn er das Beispiel logisch
mitdenkt würde und auch überdenkt, dass heißt schlussfolgert.
Die Folge. Extrem schlecht. Es kommt zu weiteren Blockaden.
Resümee:
Für einen intelligenten Menschen ergibt sich diese Sicht:
Es ist besser – trotz eigenen und schlüssigen Argumentationen – alles auf sich beruhen zu lassen --- wenn man nicht Vorgesetzter oder Richtender (oder evtl. Respektperson) für den Blockierenden ist.
Für einen kontraintelligenten Menschen ergibt sich diese Sicht:
1. Der aufrichtig denkende und formulierende Mensch wird verwirrt - verunsichert
2. Der unaufrichtige denkende und formulierende Mensch ist eigentlich derjenige, der zur Verwirrtheit
anstiftet. Dieser Mensch wird, weil er unbewusst falsch gehandelt hat sich eher als der Gewinner solch
eines Gespräches/Disputes wähnen, da er irgendwie spürt, das er der Sieger ist.
Wer jetzt noch weiß, warum der Blockierende sich als Sieger fühlen muss, der kann gut und weit denken.
Noch mal zurück zur Überschrift mit dem Fragezeichen:
1. Wird Euch jetzt klar, warum viele Reiche superreich werden wollen?
Ich will keinem Reichen oder Superreichen den Verstand absprechen, doch welcher dieser Reichen oder Superreichen versteht (es gibt einige die verstehen), dass das Geld, was sie zuviel haben den anderen Menschen fehlt. Welcher Reiche und Superreiche versteht, dass jeder Euro, den die Anderen zuwenig haben häufig dazu führt ins soziale Abseits zu driften. Die weiteren Folgen sind finanzielle und leider sehr häufig auch geistige Verarmung der Menschen – vor allem der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft – der Kinder.
Welcher Reiche oder Superreiche begreift eigentlich (vor lauter Geldgier), dass das viele Geld, was er hat absolut müßig ist und keinen wirklichen Nutzen bringt?
Beispiel:
Jemand, der z. Bsp. 50 Mio. Euro in bar besitzt (dies sind fiktive Werte ohne Nutzen – solange Sie irgendwo im Tresor liegen, in der Bank als Bargeld oder Aktien oder ..), der verhindert die Bildung von vielen, liebevollen, wissbegierigen Kindern. Die Folgen sind auch für die Reichen und Superreichen später direkt spürbar: Wenn die Anderen Ihnen das Geld auf zum Teil brutale Weise wegnehmen wollen. Zumindest hier holen sie dann ihre Versäumnisse – ihr nicht verstehen wollen – ein.
2. Wird Euch jetzt klar, warum Politiker nicht nur dem Koalitionszwang unterliegen? Es ist ihr eigener Zwang Recht haben zu wollen (eher zu müssen) und da passt ihnen der verordnete Koalitionszwang wunderbar in den Kram.
Ich will keinem Politiker Verstand absprechen – doch vielen das Verstehen (wollen)!
3. bis unendlich: Alles ist denkbar. Beispiel: Machtausbau, Kirchen, u.s.w., u.s.w.
Ulrich H. Rose
14.01.2009
und 22.02.2009


